Bevor dir jemand einen Auftrag gibt, schaut er nach, wer du bist. Bei Geschäftskunden landet dieser Blick oft auf LinkedIn. Wer dort ein halb ausgefülltes Profil mit altem Foto findet, zieht Schlüsse – auch wenn deine Arbeit hervorragend ist. Deshalb solltest du dein LinkedIn-Profil optimieren, bevor du Zeit in Beiträge oder Kontaktanfragen steckst.
LinkedIn nennt dazu zwei Zahlen aus eigenen Daten von 2026: 49 % der Käufer recherchieren Vertriebsleute auf LinkedIn, und 50 % meiden Anbieter mit unvollständigem Profil. Eine Methodik veröffentlicht LinkedIn dazu nicht, lies die Zahlen also mit Vorsicht. Die Richtung kennt aber jeder, der selbst schon einen Dienstleister gesucht hat.
Hier bekommst du zehn Schritte, die du an einem Nachmittag schaffst – nur mit Funktionen, die es aktuell gibt. Den früheren „Creator-Modus“ etwa kannst du seit März 2024 nicht mehr einschalten. LinkedIn hat angekündigt, seine Werkzeuge allen Mitgliedern zu öffnen.
LinkedIn-Profil optimieren: Erst klären, für wen
Ein gutes Profil spricht nicht alle an, sondern die Menschen, die bei dir kaufen sollen. Schreib vorher einen Satz auf: Wem hilfst du bei welchem Problem, und wie? Alle zehn Schritte zahlen auf diesen Satz ein. Er gehört verkürzt in die Headline, ausführlich in den Info-Text und als Beleg in die Erfahrung.
Der erste Eindruck: Foto, Banner, Headline
1. Profilfoto
LinkedIn empfiehlt 400 × 400 Pixel im Format PNG oder JPEG, eng auf Gesicht und Schultern zugeschnitten. Verzichte auf starke Filter und wähle ein Bild, das du nicht ständig austauschen musst – so erkennen dich Kontakte im Feed wieder. Ein Foto bei Tageslicht vor ruhigem Hintergrund reicht oft.
2. Hintergrundbild (Banner)
Der Banner ist die größte Bildfläche deines Profils – nutze sie. Hootsuite nennt (Stand Oktober 2026) 1.584 × 396 Pixel als passende Größe. LinkedIn schlägt vor, ihn für konkrete Anliegen zu nutzen: einen Download, eine Veranstaltung, Auszeichnungen oder deinen Newsletter. Für einen lokalen Betrieb kann er schlicht zeigen, was du machst, für wen und wo. Prüf auf Handy und Rechner, ob dein Profilfoto wichtige Teile verdeckt.
3. Headline
Die Zeile unter deinem Namen darf laut LinkedIn bis zu 220 Zeichen lang sein. Auf den meisten Flächen, etwa bei Kontaktanfragen oder im Feed, sind aber nur die ersten 60 bis 65 Zeichen sichtbar. Das Wichtigste gehört also nach vorn: wen du betreust, welches Problem du löst, welches Ergebnis du lieferst. Beispiel: „Steuerberaterin für Handwerksbetriebe in der Pfalz | Zahlen, die Entscheidungen leichter machen“ statt „Inhaberin bei [Firmenname]“.
Was dahinter steht: Info, Empfohlen, Erfahrung
4. Info-Abschnitt
Seit dem Aus für den Creator-Modus steht der Info-Abschnitt wieder weit oben im Profil. LinkedIn empfiehlt fünf Bausteine: einen Einstieg, der zeigt, was dich antreibt; wer du bist und was du tust; wie du arbeitest; einen Beleg in Form von Ergebnissen; und eine unverbindliche Einladung zum Kontakt. Schreib in der Ich-Form und so, wie du mit Kunden sprichst. Laut LinkedIn kannst du hier außerdem deine fünf wichtigsten Kenntnisse hervorheben – lieber konkret („Dachsanierung“) als allgemein („Kommunikation“).
5. Empfohlen („Featured“)
Den Bereich „Empfohlen“ gibt es seit Februar 2020. Dort heftest du Beiträge, Artikel, Links, Bilder oder Dokumente an, die Besucher zuerst sehen sollen. LinkedIn nennt als gute Beispiele Beiträge, die bei deiner Zielgruppe gut ankamen, Fallbeispiele, Übersichten deiner Angebote und kurze Videos. Für Inhaber heißt das zum Beispiel: dein bester Erklär-Beitrag, eine Referenz mit Vorher-nachher-Bildern und ein Link zu deiner Leistungsseite.
6. Berufserfahrung
Trag deinen Betrieb als aktuelle Position ein und beschreibe Ergebnisse für Kunden statt einer Aufgabenliste. Pro Station kannst du laut LinkedIn bis zu fünf Kenntnisse zuordnen und Medien wie Bilder, Dokumente oder Präsentationen anhängen. Frühere Stationen dürfen kurz bleiben, solange sie zeigen, woher deine Erfahrung kommt. Ob dein Betrieb zusätzlich eine eigene Seite braucht, klärt der Artikel LinkedIn-Unternehmensseite oder persönliches Profil?
Damit man dich erreicht: Leistungen, Kontakt, Adresse
7. Dienstleistungen
Als Selbstständiger kannst du deine Leistungen in einem eigenen Bereich zeigen. Laut LinkedIn passen dort kurze, ergebnisorientierte Beschreibungen, Medien, ein Button zur Kontaktaufnahme, Kundenbewertungen und ein hervorgehobenes Kundenzitat hinein. Dienstleistungsseiten sind nach Angaben von LinkedIn kostenlos, und Interessenten können darüber kostenlos eine Nachricht schicken und ein Angebot anfragen. Bitte Kunden nach abgeschlossenen Aufträgen um eine Bewertung – ohne Gegenleistung.
8. Kontaktinfos – und das Impressum
In den Kontaktinfos kannst du unter anderem Websites hinterlegen, etwa deine Startseite oder eine Seite zur Terminbuchung. Wichtig in Deutschland: Wer sein Profil geschäftlich nutzt, braucht ein Impressum nach § 5 Digitale-Dienste-Gesetz. Das Rechtsportal eRecht24 beschreibt als Lösung, den Link zum Impressum deiner Website in den Kontaktangaben als zusätzliche Website mit dem Typ „Sonstiges“ einzutragen. Was ins Impressum gehört und für wen die Pflicht gilt, steht in unserem Artikel Personal Branding für Inhaber. Im Zweifel lass dich rechtlich beraten.
9. Öffentliche Profil-URL anpassen
Neue Profile bekommen oft eine Adresse mit Zahlenfolge. In den Einstellungen deines öffentlichen Profils kannst du sie ändern – am besten auf deinen Namen, etwa linkedin.com/in/vorname-nachname. Dort legst du auch fest, was Menschen sehen, die nicht bei LinkedIn eingeloggt sind. Die kurze Adresse gehört auf Visitenkarte, E-Mail-Signatur und Website.
Aktivität: Das Profil lebt von Beiträgen
10. Aktivität
Im Bereich „Aktivität“ sehen Besucher, was du zuletzt veröffentlicht hast. Standardmäßig zeigt LinkedIn dort deine Beiträge; du kannst laut LinkedIn aber auch Videos, Bilder, Events oder Dokumente nach vorn stellen. Ein leerer Bereich wirkt wie ein Schaufenster ohne Ware. Für den Anfang reicht ein Beitrag pro Woche, der eine echte Kundenfrage beantwortet. Beiträge, die nur um Likes oder Reaktionen bitten, fördert LinkedIn nach eigener Aussage nicht.
Wie aus dieser Aktivität Gespräche mit möglichen Kunden werden, ohne dass du zum Dauerverkäufer wirst, erklärt der Artikel Social Selling für Inhaber.
Experten-Tipp: Lies dein Profil einmal mit den Augen eines Fremden: Öffne es auf dem Handy und schau nur auf Foto, Headline und die ersten Zeilen des Info-Abschnitts. Kann jemand danach in einem Satz sagen, was du für wen machst? Wenn nicht, überarbeite zuerst die Headline – sie begleitet dich in jeder Kontaktanfrage und im Feed.
Wie aus einem guten Profil in 90 Tagen eine sichtbare Marke wird – mit Wochenroutine und Post-Vorlagen –, steht in LinkedIn Personal Brand aufbauen: der 90-Tage-Plan.
Was du dir sparen kannst
- Creator-Modus suchen: Den Schalter gibt es seit März 2024 nicht mehr. Die Themen-Hashtags („Talks about“) im Profil hat LinkedIn ebenfalls entfernt, der Folgen-Button bleibt für alle erhalten.
- Alles auf einmal: Erledige heute Foto, Banner und Headline, nächste Woche den Rest. Ein halb fertiges, aber klares Profil ist besser als ein Projekt, das nie startet.
- Leere Schlagworte: „Leidenschaftlich“, „innovativ“, „lösungsorientiert“ sagt jeder. Ein Ergebnis, ein Beispiel oder eine Zahl aus deinem Alltag sagt mehr.
Fazit: Ein Nachmittag, der sich lange auszahlt
Ein optimiertes LinkedIn-Profil verkauft nicht von allein, aber es entscheidet mit, ob jemand nach dem ersten Blick weiterliest oder weiterklickt. Foto, Headline und Info-Text tragen den ersten Eindruck, „Empfohlen“, Erfahrung und Dienstleistungen liefern die Belege, Kontaktinfos und URL machen dich erreichbar. Wenn du für dein Profil und deine Beiträge Unterstützung willst – von deinen Themen über Fotos bis zu fertigen Texten und Videos –, schau dir an, wie wir als Content- und Marketing-Agentur aus Ludwigshafen arbeiten.
Quellen
- LinkedIn Sales Solutions (o. D., abgerufen 20.10.2026): How to create an effective sales profile on LinkedIn
- LinkedIn Marketing Solutions (o. D., abgerufen 20.10.2026): LinkedIn Pages – Seitentypen inkl. Dienstleistungsseiten
- Hootsuite (01.10.2026): Social media image sizes guide
- Social Media Today (19.02.2020): LinkedIn launches new Featured section on profiles
- Social Media Today (05.02.2024): LinkedIn entfernt den Creator-Modus
- LinkedIn (05.05.2022): Keeping your feed relevant and productive
- t3n (13.04.2014, aktualisiert 24.11.2022): LinkedIn – In 10 Schritten zum perfekten Business-Profil (Profil-URL anpassen)
- LinkedIn Sales Solutions (14.01.2016): The Sales Professional’s Ultimate Guide to LinkedIn Profile Optimization (öffentliches Profil und URL)
- eRecht24 (Stand 04.03.2025): Impressum für LinkedIn – gewerbliche Profile
- Digitale-Dienste-Gesetz § 5: Allgemeine Informationspflichten
Stand: 20. Oktober 2026. Überarbeitete Fassung eines Artikels vom Mai 2026. Keine Rechtsberatung.
