Kurz gesagt: Für kleine Betriebe liegen Monatspakete meist zwischen 300 und 3.000 Euro. Größere Agenturen starten eher bei 2.000 Euro. Freelancer im Marketing rechnen im Schnitt 94 Euro pro Stunde ab. Das Werbebudget kommt immer obendrauf.
Eine neutrale Branchenstudie zu Social-Media-Paketen in Deutschland gibt es derzeit nicht. Deshalb steht bei jeder Zahl unten, woher sie kommt und wie belastbar sie ist.
Die Preisspannen im Überblick
| Angebot | Typischer Preis | Herkunft der Zahl |
|---|---|---|
| Freelancer Marketing & Kommunikation | Ø 94 € pro Stunde (2026) | Umfrage von freelancermap, rund 5.400 Teilnehmende im DACH-Raum |
| Online-Marketing-Freelancer nach Erfahrung | 76 € (unter 5 Jahre) · 84 € (5–10 Jahre) · 99 € (über 10 Jahre) pro Stunde | freelancermap, Auswertung 2025 |
| Kleines Paket: 1–2 Kanäle, 8–12 Beiträge | 300–700 € im Monat | Leitfaden eines Software-Anbieters (Kontentino), ohne Methodik |
| Mittleres Paket: 2–3 Kanäle, 15–25 Beiträge | 700–1.500 € im Monat | ebd. |
| Großes Paket | ab 1.500 bis über 3.000 € im Monat | ebd. |
| Einstieg bei Agenturen (Österreich) | oft 800–1.200 € im Monat | HEROLD-Ratgeber, Österreich |
| Basispaket größerer Agenturen | 2.000–4.000 € im Monat | Angabe eines Agenturgründers (Business Punk) |
| Betreuung von Werbeanzeigen | 15–20 % des Werbebudgets, mindestens 1.500 € im Monat | ebd., Agenturangabe |
| Einmalig: Bestandsaufnahme / Strategie | 200–500 € / 500–1.500 € | Kontentino |
Agentur-Preise verstehen sich in der Regel netto, also zuzüglich Umsatzsteuer.
Rechne selbst: Was in einem Monat wirklich steckt
Der ehrlichste Preischeck ist eine Stundenrechnung. Ein Beispiel für 8 Beiträge und 4 Kurzvideos im Monat – das sind unsere Annahmen, kein Branchenwert:
| Aufgabe | Stunden |
|---|---|
| Themen planen | 3 |
| Aufnahmen vor Ort | 4 |
| Schnitt, 4 Videos à 1,5 Stunden | 6 |
| Texte und Grafiken, 8 Beiträge à 0,5 Stunden | 4 |
| Kommentare und Nachrichten | 4 |
| Abstimmung und Auswertung | 2 |
| Summe | 23 |
23 Stunden mal 94 Euro ergeben rund 2.160 Euro im Monat. Umgekehrt gerechnet kauft ein Paket für 300 Euro gut drei Stunden Arbeit. Darin steckt kein eigenes Video, sondern meist Vorlagen und Planung.
Experten-Tipp: Bitte jede Agentur, im Angebot die geplanten Stunden pro Monat zu nennen. Erst dann kannst du zwei Angebote wirklich vergleichen – und siehst, ob der Preis zum versprochenen Umfang passt.
Was den Preis nach oben treibt
- Anzahl der Kanäle: Jeder Kanal braucht eigene Formate und Texte.
- Video statt Bild: Laut einer Agenturangabe kostet ein Video-Schwerpunkt 30 bis 50 Prozent mehr.
- Eigene Aufnahmen statt Vorlagen: Drehtage vor Ort sind der größte Zeitblock.
- Kommentare und Nachrichten: Diese Betreuung ist in kleinen Paketen oft gar nicht oder nur begrenzt enthalten.
- Freigabeschleifen: Jede Korrekturrunde kostet Zeit.
- Die ersten Wochen: Das Kennenlernen von Angebot, Zielgruppe und Tonfall ist aufwendiger als der laufende Betrieb.
Fünf Vertragsfallen – und wie du sie vermeidest
- Der Account gehört nicht dir. Das Landgericht Köln hat 2024 entschieden, dass ein von einer Agentur geführter YouTube-Kanal dem Kunden zusteht (Az. 33 O 195/23). Lösung: Lege alle Konten selbst an und gib der Agentur nur Zugriff.
- Follower-Garantien. Echte Reichweite kann niemand garantieren. Wer es trotzdem tut, arbeitet oft mit gekauften Zahlen – und die bringen keine Kunden.
- Lange Laufzeit ohne Ausstieg. Vereinbare eine Testphase von drei Monaten mit klarer Auswertung. Danach sollte die Kündigung monatlich oder quartalsweise möglich sein.
- Unklare Rechte an Fotos, Videos und Texten. Lass dir schriftlich geben, dass du alle Inhalte auch nach Vertragsende nutzen darfst.
- Honorar und Werbebudget vermischt. Lass beides getrennt ausweisen und das Werbekonto auf deinen Namen laufen. So siehst du jeden Euro, der in Anzeigen fließt.
Netto oder brutto?
Die Preisangabenverordnung regelt Preise gegenüber Verbrauchern. Zwischen Unternehmen sind Netto-Preise üblich. Für dich heißt das: Vergleiche Angebote immer netto mit netto und achte darauf, ob die Umsatzsteuer schon enthalten ist.
Checkliste: 10 Fragen an jedes Angebot
- Welche Kanäle, wie viele Beiträge und Videos pro Monat?
- Wer filmt, und wie oft kommt jemand vorbei?
- Sind Kommentare und Nachrichten enthalten, und in welchem Umfang?
- Wie viele Korrekturrunden sind im Preis?
- Wem gehören die Konten?
- Wem gehören die Inhalte nach Vertragsende?
- Ist das Werbebudget getrennt vom Honorar?
- Wie lang ist die Mindestlaufzeit, und wie kündige ich?
- Woran messen wir nach drei Monaten, ob es funktioniert?
- Wer ist mein fester Ansprechpartner?
Selbst machen, Freelancer oder Agentur?
Wenn du Zeit hast und gern vor der Kamera stehst, reichen oft eine Beratung und ein klarer Plan. Wie du zwischen selbst machen, Freelancer und Agentur entscheidest, steht im Vergleich Social Media selbst, Manager oder Agentur?.
Was wir konkret übernehmen – von der Themenplanung über Drehtage vor Ort bis zur laufenden Betreuung –, steht auf der Seite Social-Media-Agentur in Ludwigshafen.
Bei Aura Focus bekommst du nach einem kurzen Erstgespräch ein festes Angebot. Darin steht genau, was wir übernehmen und was du beisteuerst. Dein Ansprechpartner bin immer ich, keine wechselnden Projektmanager. Wer erst einmal selbst loslegen will, startet mit der Aura Focus App fürs iPhone.
Häufige Fragen
Ist das Werbebudget im Agenturpreis enthalten? Nein, fast nie. Das Geld für Anzeigen geht direkt an Meta oder Google und kommt zum Honorar dazu.
Lohnt sich eine Agentur für kleine Betriebe? Dann, wenn dir Zeit fehlt und das Budget für regelmäßige eigene Inhalte reicht. Für ein Paket mit eigenen Videos solltest du nach der Rechnung oben eher mit vierstelligen Monatsbeträgen planen.
Woran erkenne ich ein unseriöses Angebot? An Follower-Garantien, Konten auf den Namen der Agentur und Verträgen ohne Ausstieg.
Quellen
- freelancermap: Freelancer-Kompass 2026
- freelancermap: Freelancer-Einkommen 2026 nach Bereichen
- freelancermap: Stundensätze im Online-Marketing
- Kontentino (2026): Social Media Packages für kleine Unternehmen – Preisleitfaden
- HEROLD Ratgeber (Österreich, 2026)
- Business Punk (2026): Was kostet eine Social Media Agentur?
- IT-Recht Kanzlei (2026): Wem gehört ein Social-Media-Kanal?
- § 1 Preisangabenverordnung
Stand: 24. Oktober 2026. Keine Rechtsberatung.
