WISSEN ← Zur Übersicht

Social Media Manager oder Agentur – oder selbst machen? Ein ehrlicher Vergleich

Selbst machen, jemanden einstellen oder eine Agentur beauftragen? Ein fairer Vergleich der drei Wege für kleine Betriebe – mit Vor- und Nachteilen, Mischformen und den Fragen, die dir die Entscheidung leichter machen.

Irgendwann stellt sich in fast jedem Betrieb die Frage: Wer kümmert sich eigentlich um unser Social Media? Du selbst, abends nach Feierabend? Jemand aus dem Team, der das nebenbei übernimmt oder dafür eingestellt wird? Oder eine Agentur? Ob Social Media Manager oder Agentur – oder doch selbst machen: Die Antwort hängt weniger vom Budget allein ab als von deiner Zeit, dem vorhandenen Know-how und der Frage, wer vor der Kamera stehen soll.

Gleich vorweg: Aura Focus ist selbst eine Agentur. Gerade deshalb wollen wir fair vergleichen – denn nicht für jeden Betrieb ist eine Agentur die beste Lösung. Am Ende dieses Artikels kennst du die Stärken und Schwächen aller drei Wege, sinnvolle Mischformen und die Fragen, mit denen du entscheidest.

Die drei Wege im Überblick

Die Tabelle ist eine Faustregel aus der Praxis, keine Messung. Im Einzelfall hängt viel von den Personen ab.

KriteriumSelbst machenSocial Media Manager (angestellt oder freiberuflich)Agentur
Nähe zum Betriebsehr hochhochmittel
Dein Zeitaufwandhochmittel (Einarbeitung, Abstimmung)gering bis mittel (Input, Freigaben, Drehtermine)
Bandbreite der Fähigkeitenje nach dirje nach Personje nach Größe: Einzelperson bis Team
Ausfallsicherheitgeringgering, wenn es eine Person istje nach Größe und Vertretungsregel
Kostenvor allem deine ZeitGehalt oder Honorar plus NebenkostenPauschale oder Projektpreis
Spontaneitätsehr hochhochgeringer

Selbst machen: Was dafür spricht – und wo es hakt

Unterschätz diesen Weg nicht. Niemand kennt deinen Betrieb, deine Kunden und ihre Fragen so gut wie du. Wenn du selbst sprichst, bringst du etwas mit, das keine Produktion ersetzt: deine Glaubwürdigkeit als Fachfrau oder Fachmann. In einer YouGov-Befragung für LinkedIn unter 250 B2B-Marketern in Deutschland (Mai 2026) sagten drei von vier, glaubwürdige Stimmen trügen deutlich zum Kampagnenerfolg bei.

Weitere Vorteile: keine laufenden Fremdkosten, du kannst sofort starten und reagierst schnell auf Kommentare und Nachrichten.

Die Grenzen liegen vor allem bei der Zeit. Selbst Profis kämpfen damit: In der Befragung 2026 des US-amerikanischen Content Marketing Institute unter 1.015 B2B-Marketern nannten 39 % fehlende Ressourcen als eine der größten Herausforderungen. Für einen Inhaber, der nebenbei noch einen Betrieb führt, ist das nicht leichter.

Dazu kommt die Regelmäßigkeit. Instagram-Chef Adam Mosseri sagte Ende 2024 sinngemäß, es gebe keine allgemeingültige Posting-Frequenz – der Rhythmus müsse aber durchhaltbar sein. Das ist die typische Schwachstelle beim Selbermachen: Wenn im Betrieb Hochsaison ist, bleibt Social Media schnell liegen. Und schließlich fehlt manchmal das Handwerkszeug – Ton, Licht, Schnitt, Themenplanung – oder der Blick von außen auf das, was für dich selbstverständlich, für Kunden aber spannend ist.

Selbst machen passt, wenn du Freude daran hast, jede Woche verlässlich feste Zeit dafür einplanen kannst und bereit bist, dazuzulernen. Eine gute Grundlage ist ein einfacher Redaktionsplan.

Social Media Manager im Team: nah dran, aber oft allein

Eine eigene Social-Media-Managerin – ob neu eingestellt oder aus dem Team – ist im Alltag dabei. Sie kann spontan filmen, wenn auf der Baustelle oder in der Küche etwas Spannendes passiert, kennt Abläufe und Stammkunden und kann Nachrichten zeitnah beantworten. Das Wissen bleibt im Betrieb.

Die Kehrseite: Eine Person soll sehr vieles können – Strategie, Fotos, Video, Schnitt, Texte, Community, Auswertung. Fällt sie wegen Urlaub, Krankheit oder Kündigung aus, steht der Kanal still. Und sie braucht Führung: Ohne klare Ziele und regelmäßiges Feedback wird gepostet, aber nicht gesteuert.

Bei den Kosten kommen zum Gehalt Nebenkosten, Technik und Weiterbildung. Was in Marketingberufen gezahlt wird, kannst du im Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit nachsehen. Er beruht auf der Beschäftigungsstatistik für sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigte.

Freiberuflich statt angestellt?

Eine Alternative zur Festanstellung sind freiberufliche Social-Media-Manager. Das ist flexibel, hat aber eine rechtliche Grenze: Wer nach deinen Weisungen arbeitet und in deine Arbeitsorganisation eingegliedert ist, kann sozialversicherungsrechtlich als Beschäftigter gelten (§ 7 Abs. 1 SGB IV). Bei Unsicherheit können beide Seiten bei der Deutschen Rentenversicherung Bund eine Statusfeststellung beantragen (§ 7a SGB IV). Lass dich im Zweifel beraten.

Agentur: mehrere Köpfe, aber weiter weg vom Alltag

Eine Agentur bringt Erfahrung aus vielen Projekten mit, die nötige Technik und den Außenblick, der intern oft fehlt. Größere Agenturen haben Teams mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Vertretungen für Urlaub und Krankheit; kleine Agenturen – Aura Focus gehört bewusst dazu – bieten dafür einen festen Ansprechpartner statt wechselnder Projektmanager. Frag nach, wer konkret für dich arbeitet und wie Ausfälle geregelt sind. Produktion lässt sich in beiden Fällen bündeln: Aus einem gut geplanten Drehtag können Inhalte für mehrere Wochen entstehen.

Dieser Weg hat aber auch Nachteile:

  • Ohne dich geht es trotzdem nicht. Eine Agentur braucht deinen Input, deine Freigaben, Drehtermine – und oft dein Gesicht. Sie ersetzt dein Fachwissen nicht.
  • Weniger spontan. Was heute im Betrieb passiert, ist nicht automatisch morgen online.
  • Kosten und Laufzeiten. Lies Kündigungsfristen genau und kläre vorher, wem Inhalte und Zugänge gehören.
  • Austauschbare Inhalte. Wenn eine Agentur deinen Betrieb nicht versteht, entstehen Beiträge, die zu jedem passen könnten. Frag nach Arbeitsproben aus ähnlichen Branchen und danach, wie Themen entstehen.
  • Nicht jede Agentur macht alles. Manche betreuen vor allem Anzeigen, andere gestalten Grafiken. Kläre, was genau enthalten ist.

Mit welchen Preisen du bei Agenturen und Freelancern rechnen solltest und worauf du im Vertrag achtest, steht in Was kostet eine Social-Media-Agentur?

Mischformen: oft die realistischste Lösung

In der Praxis muss es kein Entweder-oder sein. Typische Kombinationen:

  • Du vor der Kamera, Produktion extern: Du lieferst Fachwissen und Gesicht, Planung, Dreh und Schnitt übernimmt jemand anderes.
  • Strategie extern, Umsetzung intern: Ein Dienstleister erarbeitet Themen, Formate und einen Plan, jemand aus dem Team setzt um.
  • Drehtag plus Alltag: Ein- bis zweimal im Monat entstehen aufwendigere Inhalte, dazwischen spontane Handyvideos aus dem Betrieb.
  • Antworten bleiben im Haus: Kommentare und Nachrichten beantwortet jemand aus dem Betrieb – dort liegen die Antworten auf Kundenfragen.

Wie du Aufwand, Kanäle und Budget insgesamt realistisch planst, steht in Social Media für kleine Unternehmen.

Selbst, Social Media Manager oder Agentur? Die Entscheidungsfragen

  1. Wie viele Stunden pro Woche kannst du dauerhaft investieren – auch in der Hochsaison?
  2. Wer soll das Gesicht sein: du, dein Team oder niemand Bestimmtes?
  3. Gibt es im Team jemanden mit Lust und Talent – und kannst du ihm die Zeit wirklich freiräumen?
  4. Welche Fähigkeiten fehlen: Strategie, Video, Text, Auswertung?
  5. Was soll Social Media leisten: Anfragen, Bewerbungen, Bekanntheit? Und woran erkennst du, ob es funktioniert?
  6. Kannst du ein Budget über mindestens ein Jahr planen, statt nach drei Monaten abzubrechen?
  7. Wer hat Zugriff auf die Konten, wenn die zuständige Person ausfällt?

Sagst du bei Frage 1 ehrlich „keine Stunde“, ist selbst machen keine Option – egal, wie günstig es aussieht. Sagst du bei Frage 2 „ich“, ersetzt dich weder eine Agentur noch eine Angestellte. Sie können dich nur entlasten.

Egal welcher Weg: Das gehört geregelt

  • Zugänge: Die Konten gehören dem Betrieb. Die Hauptrechte bleiben bei dir, Mitarbeitende und Dienstleister bekommen eigene Zugänge statt deines Passworts.
  • Ziele: Nicht Likes zählen, sondern Anfragen. Wie aus einem Beitrag eine Anfrage wird, zeigt Keine Kunden über Social Media? Der Weg vom Beitrag zur Anfrage.
  • Pflichtangaben: Ein geschäftlich genutztes Profil braucht ein Impressum nach § 5 Digitale-Dienste-Gesetz. Die Pflicht trifft den Betrieb als Anbieter – auch wenn jemand anderes postet.
  • Nutzungsrechte: Darfst du Fotos und Videos nach Ende einer Zusammenarbeit weiter verwenden? Regel das schriftlich.

Experten-Tipp: Führe vier Wochen lang ein einfaches Protokoll: Wie viele Minuten hast du für Ideen, Dreh, Schnitt, Posten und Antworten gebraucht – und was kam dabei heraus? Mit diesen Zahlen entscheidest du nicht nach Bauchgefühl, sondern weißt genau, welche Aufgaben du behalten und welche du abgeben willst.

Fazit

Es gibt keinen Weg, der für alle passt. Selbst machen ist glaubwürdig und günstig, wenn du Zeit und Lust hast. Eine Social-Media-Managerin im Team bringt Nähe, ist aber eine Person mit sehr vielen Aufgaben. Eine Agentur bringt Bandbreite und Verlässlichkeit, braucht aber deinen Input. Für viele kleine Betriebe dürfte eine Mischung am realistischsten sein.

Wenn du überlegst, einzelne Teile abzugeben – etwa Themenplanung, Interviews, Foto und Video –, schau dir an, wie wir als Content- und Marketing-Agentur aus Ludwigshafen arbeiten.

Quellen

Stand: 20. Oktober 2026. Überarbeitete Fassung eines Artikels vom April 2026. Keine Rechtsberatung.

WEITER Vom Lesen ins Tun

Du willst das für deinen Betrieb umsetzen?

Mit der Aura Focus App findest du in wenigen Minuten heraus, was bei dir als Nächstes dran ist. Oder du sprichst direkt mit Enes über eine Zusammenarbeit mit unserer Marketing-Agentur in Ludwigshafen.

Gratis: der EinstiegDrei Aufgaben für deine erste Woche, als PDF
Kostenlos · PDF

Drei Aufgaben für deine erste Woche. Jede in 20 Minuten.

Hol dir den Einstieg in „Mach das. Dann das.“: dein Google-Profil, Bewertungen und KI – Schritt für Schritt, vom Handy aus.

Nein danke